Kastell
Vicus
cohors III Britannorum equitata
cohors I Flavia Canathenorum milliaria sagittariorum (equitata)
cohors II Aquitanorum equitata
Das um 80 n. Chr. auf einer Anhöhe gegründete Hilfstruppenkastell im Stadtteil Kumpfmühl stellt den Beginn der militärischen Präsenz im Regensburger Raum dar. Es diente der Überwachung des Donaubogens mit den Mündungen von Naab und Regen. Die erste Besatzung des in Holz-Erde-Technik errichteten, später in Stein ausgebauten Kastells bestand aus einer teilweise berittenen Britannerkohorte. Mit der Vergrößerung der Militäranlage von 2,1 ha auf 2,8 ha Innenfläche steht wohl die Stationierung einer Doppelkohorte aus syrischen Bogenschützen um 130 in Zusammenhang. In den 140er Jahren versetzte man die teilberittene zweite Aquitanerkohorte hierher.
Um die Militäranlage herum entwickelte sich eine Zivilsiedlung mit mindestens zwei Brandgräberfeldern. Im Kastelldorf bewohnten Handwerker und Händler mit ihren Familien sowie Veteranen und Angehörige der Soldaten sogenannte Streifenhäuser.
Die Zerstörung des Auxiliarkastells datiert ein dort verborgener Münzschatz auf die Jahre ab 166. Es wurde nicht wiederaufgebaut, stattdessen entstand das Legionslager im heutigen Altstadtbereich. Jedenfalls ist mit einem Untergang des Militärstandorts mitsamt der Zivilsiedlung um 170 zu rechnen. Heute gibt es im Stadtteil Kumpfmühl Informationstafeln, die auf die römerzeitliche Vergangenheit hinweisen.
Museen zur Geschichte dieses Fundortes
Archäologische Staatssammlung, München
Die Archäologische Staatssammlung hat es sich zum Ziel gesetzt, durch die Präsentation besonderer Fundstücke aus ganz Bayern die frühe Menschheitsgeschichte sichtbar und erlebbar zu machen.
Zu sehen sind dort Kunst- und Alltagsobjekte, Grabbeigaben und Schatzfunde, die die Geschichte der Menschen in Bayern von vor 250.000 Jahren bis heute beleuchten.
Historisches Museum, Regensburg
Das Historische Museum besitzt eine sehr vielfältige, reiche Sammlung zur Römerzeit. Die Kastelle und das Legionslager und ihre Auswirkung auf die Region sind der Fokus der Präsentation.
Themen des alltäglichen Lebens, Landwirtschaft, Handwerk, Handel und Religion sowie Totenbrauchtum ermöglichen Einblicke in die Geschichte des einzigen Legionsstandorts der Provinz Raetien und seines Umlands.