Kastell
Vicus
vermutlich ca. 160 Soldaten der legio III Italica
Um 180 entstand als Außenposten des Regensburger Legionslagers 4,5 km westlich das etwa 0,5 ha große Kleinkastell in Steinbauweise. Es war wohl mit etwa 160 Soldaten belegt und sollte die gegenüberliegende Mündung des Naabtals überwachen, das eine wichtige Verkehrsroute aus Germanien darstellte.
Im Umfeld der Militäranlage entwickelte sich entlang der Donau eine aus Streifenhäusern bestehende Siedlung mit zwei Gräberfeldern. Neben einer Bronzegießerei und Schmiedewerkstätten ließ sich ein Gebäude feststellen, das als Brauerei gedeutet wird. Dieses ist heute unter einem Schutzbau konserviert und kann mit Führung besichtigt werden.
Zwischen 254 und 260 war das Kastelldorf, nicht aber der Militärposten, von ersten Zerstörungen durch Germanen betroffen. Dies führte jedoch nicht zu einer vollständigen Auflassung der Zivilbebauung. In den frühen 280er Jahren gingen das Kastell und die Siedlung im Kontext weiterer germanischer Einfälle endgültig unter. In der Nordecke der Umwehrung wurde eine turmartige Befestigung von etwa neun Metern Höhe errichtet.
Zu dieser Spätphase des Militärplatzes während des gesamten 4. Jahrhunderts sind auch drei Brandbestattungen zu rechnen. Sie lassen auf die Beteiligung von germanischen foederati (Söldnern) an der Besatzung schließen.
Museen zur Geschichte dieses Fundortes
Historisches Museum, Regensburg
Das Historische Museum besitzt eine sehr vielfältige, reiche Sammlung zur Römerzeit. Die Kastelle und das Legionslager und ihre Auswirkung auf die Region sind der Fokus der Präsentation.
Themen des alltäglichen Lebens, Landwirtschaft, Handwerk, Handel und Religion sowie Totenbrauchtum ermöglichen Einblicke in die Geschichte des einzigen Legionsstandorts der Provinz Raetien und seines Umlands.
Archäologische Staatssammlung, München
Die Archäologische Staatssammlung hat es sich zum Ziel gesetzt, durch die Präsentation besonderer Fundstücke aus ganz Bayern die frühe Menschheitsgeschichte sichtbar und erlebbar zu machen.
Zu sehen sind dort Kunst- und Alltagsobjekte, Grabbeigaben und Schatzfunde, die die Geschichte der Menschen in Bayern von vor 250.000 Jahren bis heute beleuchten.